Der Hexenschuss: Wie entsteht er und was hilft?

Backbone disease. Loin stretch shown with red spot

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Der Hexenschuss trägt seinen Namen, weil der mit ihm verbundene Schmerz im unteren Rücken so plötzlich und heftig kommt, als wäre der Betroffene von einer unsichtbaren Pistolenkugel getroffen worden. Die Medizin bezeichnet den Hexenschuss mit dem Begriff Lumbago und kennt mehrere Ursachen für das schmerzhafte Symptom. Entgegen landläufiger Meinung ist ein Bandscheibenvorfall jedoch nur selten Ursache für den Hexenschuss. Auch ein Arztbesuch ist nicht zwangsläufig notwendig.

Hexenschuss: die Symptome

Typischerweise tritt eine Lumbago (auch Lumbalgie genannt) in Situationen mit ungewöhnlicher Körperhaltung oder einer den Rücken stark belastenden Bewegung auf. Typisch sind auch ruckartige Bewegungen in Verbindung mit dem Heben von schweren Gegenständen. Allerdings kann eine Lumbago auch in normalen Alltagssituationen auftreten. Betroffene beschreiben den Schmerz in der Regel als heftig stechend und lokalisieren ihn im Bereich der Lendenwirbelsäule. Der Schmerz kann enorm sein und bis in die Oberschenkel ausstrahlen. Mediziner sprechen in diesem Fall von einer pseudoradikulären Symptomatik.

Wie entsteht ein Hexenschuss?

Der Begriff Lumbago kommt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt Lendenlähmung. Er beschreibt jedoch nur das Symptom und nicht die Ursache. Denn häufig lässt diese sich nicht eindeutig ermitteln. Mögliche Ursachen können unter anderem Muskelverspannungen durch Fehlhaltung, Überbelastung der Wirbelsäule und Zugluft sein. Starke Belastung des Rückens kann dazu führen, dass der zwischen den Wirbelkörpern lokalisierte Faserring einreißt. Auch dies löst in manchen Fällen einen Hexenschuss aus. Zugluft kommt zum Beispiel im Zusammenhang mit Sport als Ursache infrage. Das Nachschwitzen erzeugt Verdunstungskälte, die zu einer unwillkürlichen Anspannung der Muskulatur im unteren Rücken führt. Die verkrampften Muskeln können Nervenfasern einquetschen, die dann die Lumbago auslösen. Eine Bandscheibenvorwölbung oder ein Bandscheibenvorfall ist nur in etwa jedem zehnten Fall Ursache des Hexenschusses.

Die richtige Reaktion auf eine Lumbago

Als Reaktion auf den Schmerz nehmen Betroffene üblicherweise eine Schonhaltung ein. Da eine solche Haltung jedoch unnatürlich ist, verstärkt sie mögliche Muskelverspannungen und trägt zu ungünstigen Bewegungsmustern bei. Experten empfehlen stattdessen, schonend aber zeitnah wieder die üblichen Bewegungen auszuführen. Abhilfe schaffen Schmerzmittel, Wärme in Form von Wärmflaschen, Rotlichtlampen, Schmerzgele oder Wärmepflaster. Bettruhe ist nur bis zu einem gewissen Maß empfehlenswert – konkret für ein oder zwei Tage. Sollten die Schmerzen nach zwei bis drei Tagen immer noch vorhanden sein, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Dieser klärt ab, ob ein Bandscheibenvorfall vorliegt und wie dieser am besten behandelt werden kann.

Meistens sind die Ursachen für einen Hexenschuss nicht so ernst, wie die Lumbago schmerzhaft ist. Trotzdem sind Rückenschmerzen ein Indikator für eine tiefer liegende Ursache. Um Bandscheibenvorfällen vorzubeugen, empfehlen Experten vor allem eines: regelmäßige Bewegung und zum Körpertyp passenden Sport.

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