Leistenschmerzen

Akute Schmerzen in der Leiste

Die Leistengegend beschreibt die beidseitige Region zwischen Hüfte, Oberschenkel und Unterleib. In diesem Bereich auftretende Leistenschmerzen sind nicht zu unterschätzen. Die Operation eines Leistenbruchs zählt zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen. Vor allem Männer sind davon häufig betroffen.

Frau mit Leistenschmerzen und Leistenbruch

Leistenschmerzen durch einen Leistenbruch

Das statistische Risiko eines Leistenbruchs ist beim Mann im Vergleich zur Frau neunmal so hoch. Dennoch ist ein Leistenbruch (Leistenhernie) nicht der alleinige Grund von dort auftretenden Beschwerden. Weitere potenzielle Ursachen für Schmerzen in der Leiste sind Harnsteine, verdickte Lymphknoten, Probleme am Hüftgelenk und Sportverletzungen.

Der Charakter der Leistenschmerzen ist entscheidend für die Diagnose des Arztes. Aufschluss gibt beispielsweise, ob die Beschwerden chronisch oder akut auftreten. Daneben ist darauf zu achten, inwiefern bestimmte Situationen – wie beispielsweise Anstrengungen – die Schmerzen verstärken.

Stechende, scharfe Schmerzen sind Symptome von Problemen am Hüftgelenk. Knorpelschäden zeigen sich durch dumpfe Schmerzen, die abhängig von der Belastung sind. Ein akuter Leistenbruch zeigt sich durch innerhalb weniger Stunden auftretender Schmerzen. Pressen und Husten verstärken die Beschwerden. Zudem ist eine Ausstülpung im Bereich der Leiste sichtbar. Spürt der Patient nachts ebenfalls Schmerzen, ist eine Hüftarthrose oder Entzündung im Schambein ein möglicher Grund.

Häufiger Grund für Beschwerden in der Leiste: der Leistenbruch

In der Leistenregion befindet sich der sogenannte Leistenkanal mit Blutgefäßen, Nerven und Muskeln. Bei der Frau führt das Mutterband durch den Leistenkanal, beim Mann der Samenstrang. Entsteht infolge einer Belastung ein zu hoher Druck, dem die dortigen Muskeln und Sehnen nicht standhalten, entsteht eine Nische.

Letztere wächst mit jeder zusätzlichen Belastung an und führt letztendlich zu einem Durchbruch. Häufig ist das Tragen schwerer Gegenständige, starke Hustenanfälle oder kräftiges Pressen auf der Toilette der letzte Auslöser eines Leistenbruchs.

Durch den entstandenen Spalt zwängt sich der Darm in die Bauchdecke. Der Patient verspürt ein Druckgefühl, eine Ausstülpung zeigt sich. Die Beule lässt sich im Liegen zurückdrücken. Ist das Wegdrücken der Ausstülpung nicht möglich und treten unvermittelt starke Leistenschmerzen auf, liegt ein eingeklemmter Bruch vor. Die Blutversorgung der durchbrochenen Organe ist nicht mehr ausreichend, eine sofortige Operation ist erforderlich.

Schenkelbruch – Bruch am Leistenband

Ähnlich dem Leistenbruch ist der sogenannte Schenkelbruch, von dem insbesondere Frauen betroffen sind. Der Schenkelbruch ist vergleichsweise selten. Es handelt sich hierbei nicht um einen Bruch am Oberschenkelknochen. Stattdessen entsteht – vergleichbar mit einem Leistenbruch – unterhalb des Leistenbandes eine Lücke.

Gefährlich ist der Vorgang, wenn eine Darmschlinge oder ein Abschnitt der Blase in die Bruchstelle gelangt und dort eingeklemmt ist. Im Stehen zeigt sich unter Umständen unterhalb der Leiste eine Beule, die sich anfangs im Liegen zurückdrücken lässt. Starke Schmerzen oder eine trotz Druck unveränderte Wölbung deuten auf eingeklemmte Organe hin.

Geschwollene Lymphknoten in der Leiste verursachen Schmerzen

Eine weitere mögliche Ursache für Schmerzen in der Leistengegend sind geschwollene Lymphknoten. In den Lymphknoten befinden sich die Lymphozyten, welche gegen fremde Stoffe Antikörper bilden.

Die Knoten sind über den ganzen Körper verteilt und unter anderem in der Leistengegend zu finden. Geschwollene Lymphknoten sind tastbar und machen sich durch Schmerzen bemerkbar. Auslöser der Beschwerden sind regionale Verletzungen, Abszesse oder Infektionen im Bereich der Beine oder der Geschlechtsorgane.

Probleme an den Gelenken, Sehnen und Muskeln sind ebenfalls in Betracht zu ziehende Ursachen für Beschwerden in der Leistenregion. Zu den möglichen Gründen zählen Fehlstellungen der Füße, Verschleißerscheinungen an der Lendenwirbelsäule sowie Komplikationen am Hüftgelenk. Sportler gehen die Gefahr von Überbelastungen bis hin zu Verletzungen der Sehnen und Muskeln in Oberschenkel, Hüfte sowie Becken ein. Die dadurch entstehenden Schmerzen ziehen sich bis hin zu den Leisten. Männer, die an erkrankten Hoden oder Nebenhoden leiden, klagen neben Schmerzen im Hodenbereich über schmerzende Leisten. Zu den Problemen gehören unter anderem eine Entzündung im Nebenhoden sowie eine Hodenverdrehung.

 

Harnsteine sorgen für Beschwerden in der Leistengegend

Daneben gelten Erkrankungen der Harnsteine als häufiger Auslöser von Schmerzen in der Leiste. Harnsteine bilden sich aus Bestandteilen des Urins. Die entstehenden Ablagerungen setzen sich in Harnleiter, Harnblase, Harnröhre oder Nierenbecken ab. Symptomatisch für Harnsteine ist ein zunehmender Schmerz, der nach einigen Stunden langsam an Intensität verliert.

Die Schmerzen strahlen in unterschiedliche Körpergebiete aus. Abhängig ist die jeweilige Lage des Steins. Möglich sind Beschwerden im Unterbauch, im Rücken, in den Genitalien oder in der Leiste. In einigen Fällen enthält der Urin Blut.

redaktionell erstellt durch: Anna Nilsson

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