Das beste Kissen bei Nackenschmerzen: orthopädische Nackenkissen im Vergleich
Das beste Kissen bei Nackenschmerzen ist eines, dessen Höhe zu Ihrer Schlafposition und Schulterbreite passt, sodass Kopf und Halswirbelsäule in einer geraden Linie mit der Wirbelsäule liegen. Für Seitenschläfer ist das meist ein höheres, formstabiles Nackenstützkissen aus Latex oder Schaum, für Rückenschläfer ein flacheres Kissen mit leichter Nackenwölbung, für Bauchschläfer ein sehr flaches Kissen. Ein Testsieger hilft nur, wenn er sich auf Sie einstellen lässt.
Dieser Ratgeber erklärt, was ein orthopädisches Kissen für den Nacken leisten kann, welche Kissenarten es gibt, wie Sie die richtige Höhe finden und was die Stiftung Warentest bei Nackenkissen festgestellt hat. Er ersetzt keine Behandlung: Bei Schmerzen, die in den Arm ausstrahlen, oder bei Taubheit lesen Sie zuerst unter eingeklemmter Nerv im Nacken weiter.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Kissenhöhe ist wichtiger als Marke, Form oder Material.
- Seitenschläfer brauchen das höchste Kissen, Bauchschläfer das flachste oder gar keins.
- Höhenverstellbare Nackenstützkissen mit Einlegeplatten lassen sich am besten anpassen.
- Bei der Stiftung Warentest (Heft 9/2025) stützten nur 4 von 14 Nackenkissen in jeder Lage gut.
- Die Studienlage ist dünn. Am besten schneiden in Studien formstabile Kissen aus Latex oder Schaum ab, Federkissen am schlechtesten.
Was ein Kissen bei Nackenschmerzen leisten muss
Nachts liegt der Kopf mehrere Stunden in derselben Position. Ist das Kopfkissen zu hoch, knickt die Halswirbelsäule zur Seite oder nach vorne ab. Ist es zu niedrig oder zu weich, sinkt der Kopf ab. In beiden Fällen arbeiten die Muskeln im Nacken- und Schulterbereich die ganze Nacht, und Sie wachen mit Nackenverspannungen, Kopfschmerzen oder steifem Hals auf.
Ein gutes Kissen gegen Nackenschmerzen füllt den Raum zwischen Kopf, Nacken und Matratze so aus, dass die Wirbelsäule gerade bleibt. Dafür braucht es die passende Höhe, genug Stützfunktion, damit der Kopf nicht im Lauf der Nacht absinkt, und eine Form, die den Nacken unterstützt, ohne zu drücken. Das gilt für normale Kopfkissen ebenso wie für spezielle Nackenkissen.
Ist ein orthopädisches Kopfkissen sinnvoll?
Für viele Menschen mit Nacken- und Schulterschmerzen kann es helfen, aber nicht automatisch. Der Begriff „orthopädisch“ ist bei Kissen nicht geschützt und sagt nichts über eine geprüfte medizinische Wirkung aus. Gemeint sind meist Nackenstützkissen: formstabile Kissen aus Schaum oder Latex mit einer Wölbung für den Nacken und einer Mulde oder flacheren Seite für den Kopf.
Was Studien zeigen: Die Forschung zu Kissen bei Nackenschmerzen ist überschaubar und die Ergebnisse sind nicht eindeutig. In einer australischen Studie (Gordon et al., Journal of Pain Research, 2010) testeten Seitenschläfer fünf Kissenarten je eine Woche lang. Mit dem Latexkissen hatten sie am wenigsten Beschwerden beim Aufwachen, mit dem Federkissen am meisten. Ein konturiertes Schaumkissen schnitt dabei nicht besser ab als ein normales Schaumkissen. Die Form allein macht also kein gutes Kissen.
Ein Nackenkissen ist kein Medizinprodukt, das Nackenschmerzen heilt. Es kann aber eine ungünstige Liegeposition korrigieren, die Beschwerden verstärkt.
Nackenkissen im Test: Was die Stiftung Warentest herausfand
Die Stiftung Warentest hat im August 2025 (Heft 9/2025) 14 Nackenstützkissen geprüft, überwiegend aus Schaumstoff, zwei mit zusätzlichem Latex. Die Preise lagen zwischen 40 und 164 Euro, die Noten zwischen „gut“ und „befriedigend“. Zentrale Ergebnisse:
- Nur 4 von 14 Nackenkissen stützten in jeder Schlafposition gut.
- Jedes Kissen passte mindestens einer Testperson, auf vielen lag aber mindestens eine Person unbequem, weil sich keine passende Einstellung fand.
- Viele Kissen lassen sich kaum oder gar nicht in der Höhe anpassen, Anleitungen zum Einstellen fehlen oft.
- Der beworbene Memory-Effekt von Viscoschaum war im Labor häufig nur schwach ausgeprägt.
Die Einzelergebnisse und Testsieger stehen im kostenpflichtigen Testbericht auf test.de. Wir nennen hier bewusst keine Testnoten einzelner Modelle, weil wir sie nicht selbst geprüft haben. Die wichtigste Lehre aus dem Nackenkissen-Test: Achten Sie auf Anpassbarkeit statt auf Werbeversprechen.
Die richtige Kissenhöhe nach Schlafposition
Die Schlafposition bestimmt, wie hoch das Kissen sein muss. Die folgenden Werte sind grobe Richtwerte, die je nach Körperbau, Schulterbreite und Matratze abweichen.
| Schlafposition | Kissenhöhe | Geeignete Kissen | Darauf achten |
|---|---|---|---|
| Seitenschläfer | hoch, etwa so hoch wie der Abstand von Schulter zu Ohr | Nackenstützkissen aus Latex oder Kaltschaum, höhenverstellbares Kissen | Kopf darf nicht nach unten oder oben abknicken |
| Rückenschläfer | mittel bis flach | Nackenstützkissen mit Mulde, Schmetterlingskissen, flaches Kopfkissen | Kinn nicht zur Brust gedrückt, Nacken gestützt |
| Bauchschläfer | sehr flach oder kein Kissen | flaches Kopfkissen, dünne Platte | Kopf wird stark gedreht, Seitenlage langfristig angenehmer |
| Wechselschläfer | mittel, anpassbar | höhenverstellbares Kissen mit unterschiedlich hohen Seiten | Umdrehen ohne Kissen zu wechseln |
So prüfen Sie die Kissenhöhe
Legen Sie sich in Ihrer üblichen Schlafhaltung auf das Kissen und lassen Sie eine zweite Person von hinten schauen. In Seitenlage sollen Halswirbelsäule und Brustwirbelsäule eine gerade Linie bilden. In Rückenlage soll das Gesicht etwa waagerecht nach oben zeigen. Auch die Matratze spielt mit: Auf einer weichen Matratze sinkt die Schulter tiefer ein, dann reicht ein flacheres Kissen. Mehr dazu im Ratgeber zur Matratze bei Rückenschmerzen.
Kissenarten im Vergleich
| Kissenart | Vorteile | Nachteile | Passt zu |
|---|---|---|---|
| Nackenstützkissen aus Viscoschaum (Memory Foam) | passt sich langsam an Kopf und Nacken an, druckentlastend | speichert Wärme, wird bei Kälte fester, Kern meist nicht waschbar | Rückenschläfern, Menschen mit Druckempfindlichkeit |
| Nackenstützkissen aus Latex | formstabil, elastisch, langlebig, in Studie gut bei Seitenschläfern | schwerer, eigener Geruch am Anfang, nicht für Latexallergiker | Seiten- und Rückenschläfern |
| Höhenverstellbares Kissen mit Einlegeplatten | Höhe genau anpassbar | Einstellung braucht etwas Geduld | allen, besonders bei breiten Schultern |
| Schmetterlingskissen | Mulde für den Kopf, seitliche Flügel | für Bauchschläfer ungeeignet | Rückenschläfern |
| Federn und Daunen | weich, anschmiegsam, gut waschbar | wenig Stützfunktion, Kopf sinkt nachts ab | Menschen ohne Nackenbeschwerden |
| Füllkissen (Dinkel, Hirse, Mikroperlen) | Höhe über Füllmenge anpassbar, formbar | Rascheln, teils schwer | Menschen, die gern formen und nachjustieren |
| Nackenrolle | Nackenrollen stützen gezielt den Nacken | allein zu wenig für Seitenschläfer | Rückenschläfern als Ergänzung |
Memory Schaum (Memory Foam), Latex oder Kaltschaum?
Memory Foam oder Memory Schaum (viskoelastischer Schaum) formt sich unter Körperwärme an Kopf und Nacken an und verteilt den Druck. Das empfinden viele als angenehm, allerdings war der Memory-Effekt im Nackenkissen-Test der Stiftung Warentest oft schwächer als beworben. Latex und Kaltschaum federn schneller zurück und stützen stabiler, was beim Umdrehen und für Seitenschläfer von Vorteil ist. Ein Hightech-Hybrid aus Visco-Schaum und Kaltschaum kombiniert beides. Entscheidender als das Material ist, dass die Höhe passt. Für die Nackenentlastung zählt, dass das Kissen den Kopf hält und nicht nur weich ist.
Welche Kopfkissen empfehlen Orthopäden und Physiotherapeuten?
Eine einheitliche Empfehlung gibt es nicht, und kein seriöser Orthopäde oder Physiotherapeut kann ein bestimmtes Kissen für alle Menschen empfehlen. Häufig genannt werden diese Grundsätze:
- Höhe nach Schlafposition und Schulterbreite wählen, nicht nach Gefühl im Laden
- formstabile Füllung, damit der Kopf nachts nicht absinkt
- lieber ein anpassbares Kissen als ein starres mit fester Höhe
- Matratze und Kissen zusammen betrachten
- bei Nackenschmerzen zusätzlich Bewegung und Kräftigung, nicht nur ein neues Kissen
Wenn Sie wegen Nackenschmerzen in physiotherapeutischer Behandlung sind, nehmen Sie Ihr Kissen am besten einmal mit oder fotografieren Sie Ihre Schlafposition. So bekommen Sie eine Empfehlung, die zu Ihrem Körper passt.
Kaufberatung: Darauf achten beim Nackenkissen
- Höhe und Anpassbarkeit: Am flexibelsten sind Kissen mit herausnehmbarer Einlegeplatte oder zwei unterschiedlich hohen Seiten.
- Preis-Leistungs-Verhältnis: Teuer heißt nicht besser. Im Test der Stiftung Warentest kosteten die Kissen 40 bis 164 Euro. Lassen Sie sich von Werbung mit Begriffen wie „orthopädisch“ nicht leiten, sondern vergleichen Sie Einstellmöglichkeiten.
- Größe: Nackenstützkissen sind meist kleiner als klassische Kopfkissen, etwa 40 x 60 oder 40 x 70 cm. Ein passender Kissenbezug in Sondergröße ist nicht überall erhältlich, ein Ersatzbezug ist praktisch.
- Bezug und Pflege: Der Bezug sollte abnehmbar und waschbar sein, ideal bei 60 Grad. Schaumkerne lassen sich meist nicht waschen, nur lüften.
- Schadstoffe: Siegel wie OEKO-TEX Standard 100 zeigen, dass der Bezug auf Schadstoffe geprüft wurde.
- Nach der Lieferung: Schaumkissen kommen oft vakuumverpackt. Lassen Sie sie nach der Lieferung auspacken, aufgehen und auslüften, bevor Sie darauf schlafen.
- Rückgabe: Beim Online-Kauf gilt ein Widerrufsrecht von 14 Tagen. Bei Kissen aus Hygienegründen vorher die Bedingungen lesen, manche Händler bieten längere Probeschlaf-Phasen.
- Eingewöhnung: Ein neues Nackenkissen fühlt sich anfangs oft ungewohnt an. Geben Sie ihm einige Nächte bis zwei Wochen, bevor Sie urteilen.
Nackenkissen auf Amazon vergleichen
Die folgenden Links führen zu Suchergebnissen bei Amazon, sortiert nach Kissenart. So vergleichen Sie Höhe, Größe, Material, Bezug, Preise und Bewertungen selbst. Wir haben keines der Produkte getestet und vergeben keine Testnoten.
| Kissenart | Für wen | Angebote ansehen |
|---|---|---|
| Höhenverstellbares Nackenstützkissen | alle Schlaftypen, breite Schultern | Höhenverstellbare Nackenkissen |
| Nackenkissen aus Latex | Seitenschläfer, wer stabile Stütze möchte | Latex-Nackenkissen |
| Nackenstützkissen Memory Foam | Rückenschläfer, Druckempfindliche | Memory-Foam-Kissen |
| Seitenschläferkissen hoch | Seitenschläfer mit breiten Schultern | Seitenschläferkissen |
| Flaches Kopfkissen | Bauchschläfer | Flache Kopfkissen |
| Dinkel- oder Hirsekissen | wer die Höhe selbst formen möchte | Dinkelkissen |
Tipps für erholsamen Schlaf bei Nackenschmerzen
Das Kissen ist nur ein Baustein. Diese Punkte verbessern den Schlafkomfort zusätzlich:
- Matratze prüfen: Härtegrad und Kissenhöhe hängen zusammen. Sinkt die Schulter auf einer harten Matratze kaum ein, braucht der Kopf ein höheres Kissen. Auf einer weichen Matratze reicht ein flacheres.
- Wärme am Abend: Ein Kirschkernkissen oder eine Wärmflasche lockert Verspannungen im Nackenbereich vor dem Schlaf.
- Sanft bewegen: Leichte Dehnübungen für Nacken und Schultern vor dem Zubettgehen können die Muskulatur entspannen.
- Tagsüber entlasten: Probleme im Nacken entstehen oft am Schreibtisch. Bildschirm auf Augenhöhe und ein gut eingestellter Bürostuhl entlasten Nacken und Rücken.
- Kissen erneuern: Schaum und Füllungen geben mit den Jahren nach. Wird Ihr Schlafkissen flacher oder bildet Kuhlen, verliert es seine Stützfunktion.
Wann ein Kissen nicht reicht
Nackenschmerzen nach dem Aufwachen, die im Lauf des Vormittags verschwinden, sprechen für eine ungünstige Liegeposition. Dann lohnt ein neues Kissen. Bleiben die Beschwerden tagsüber bestehen, strahlen sie in Schulter oder Arm aus oder kommen Kribbeln, Taubheit oder Schwäche in der Hand dazu, kann eine Nervenwurzel in der Halswirbelsäule gereizt sein. Das gehört ärztlich abgeklärt. Wer zuständig ist, lesen Sie unter welcher Arzt bei eingeklemmtem Nerv, mehr zu den Beschwerden unter eingeklemmter Nerv in Schulter und Hals.
Fazit: Das beste Kissen bei Nackenschmerzen finden
Ein bestes Kissen bei Nackenschmerzen für alle gibt es nicht, aber für jeden ein passendes. Entscheidend ist die Höhe passend zu Schlafposition, Schulterbreite und Matratze. Für die meisten Betroffenen ist ein formstabiles, höhenverstellbares Nackenstützkissen aus Latex oder Schaum die beste Wahl. Federkissen geben zu wenig Halt. Testen Sie ein neues Kissen einige Nächte, achten Sie auf einen waschbaren Bezug und lassen Sie anhaltende Schmerzen ärztlich abklären.
Quellen: Stiftung Warentest, Nackenkissen im Test, test 9/2025 (test.de); Gordon SJ, Grimmer-Somers K, Trott P: Pillow use: the behavior of cervical stiffness, headache and scapular/arm pain, Journal of Pain Research 2010. Stand 10/2026.
Häufig gestellte Fragen
Welches Kissen ist das beste bei Nackenschmerzen?
Ein Kissen, dessen Höhe zu Ihrer Schlafposition passt und das den Kopf die ganze Nacht stabil hält. Für Seitenschläfer meist ein höheres Nackenstützkissen aus Latex oder Schaum, für Rückenschläfer ein flacheres mit Nackenwölbung.
Ist ein orthopädisches Nackenkissen sinnvoll?
Oft ja, wenn es richtig eingestellt ist. Der Begriff „orthopädisch“ ist aber nicht geschützt. Wichtiger als das Etikett sind passende Höhe und Anpassbarkeit. Bei der Stiftung Warentest stützten nur 4 von 14 Nackenkissen in jeder Lage gut.
Welches Nackenkissen ist Testsieger?
Die Einzelergebnisse des Nackenkissen-Tests der Stiftung Warentest (Heft 9/2025) stehen im Testbericht auf test.de. Ein Testsieger passt aber nicht automatisch zu Ihnen, denn die Kissenhöhe muss zu Körperbau und Schlafposition passen.
Werden orthopädische Kissen von der Krankenkasse bezahlt?
In der Regel nicht. Nackenkissen gelten als Gebrauchsgegenstände. Fragen Sie bei besonderen medizinischen Gründen direkt bei Ihrer Krankenkasse nach.
Was ist das gesündeste Kopfkissen?
Das Kissen, das Kopf und Halswirbelsäule in Verlängerung der Wirbelsäule hält. In Studien schnitten formstabile Kissen aus Latex oder Schaum besser ab als Federkissen.
Wie lange dauert die Eingewöhnung an ein Nackenkissen?
Meist einige Nächte bis etwa zwei Wochen. Nehmen die Beschwerden danach eher zu, passt die Höhe wahrscheinlich nicht. Bei höhenverstellbaren Kissen lohnt es sich, eine andere Einstellung zu testen.